7 Handstiche, die du kennen solltest umfasst die wichtigsten Sticharten, die beim Nähen lernen von Bedeutung sind, selbst dann, wenn überwiegend eine Nähmaschine eingesetzt wird. Diese Handstiche finden immer wieder ihre Verwendung bei den unterschiedlichsten Näharbeiten. Angehende Schneiderinnen lernen diese wichtigen 7 Handstiche bereits in den ersten Tagen ihrer Ausbildung. Jede Hobbyschneiderin sollte sie ebenfalls kennen, um schöne Ergebnisse erzielen zu können.

Der Heft- oder Vorstich

Hierbei handelt es sich um den einfachsten aller Handstiche. Er wird zum Zusammenheften zweier Stofflagen genutzt. Es wird von rechts nach links gearbeitet, indem die mit einem Faden eingefädelte Handnähnadel mit einer fortlaufenden Bewegung mit ca. 1 cm langen Stichen und einen Zwischenraum von nicht mehr als 0,5 cm durch den Stoff geschoben wird. Sofern die Abstände zwischen den Stichen zu groß werden (das heißt mehr als die genannten 0,5 cm), würden die Stofflagen auseinanderrutschen und es wäre kein Halt mehr da.

Sofern der Heftstich für eine Modellanprobe verwendet wird, sollte der Faden zu Beginn mit einem Knoten versehen werden und ebenso muss am Ende der Naht für eine Befestigung des Fadens gesorgt werden.

Der Heft- oder Vorstich eignet sich auch für die Herstellung von Kräuselfalten sowie Smokarbeiten sehr gut oder für besonders hübsche Ziernähte. Sofern der Heftstich Ziernaht verwendet wird, sollte darauf geachtet werden, dass er sehr akkurat und sauber genäht wird.

So wird der Heftstich, auch Vorstich genannt, gearbeitet: 

Texte - Arbeitsplatz 001

 

 

Der Steppstich oder Rückstich

Der Steppstich wird auch Rückstich genannt. Er gleicht optisch dem Steppstich der Nähmaschine. Ebenso wie beim Vor- oder Heftstich wird zu Beginn der Faden mit einem Knoten versehen. Anschließend wird von unten durch den Stoff gestochen und mit einem kleinen „Rückschritt“ genau wie beim Vorstich nach vorne gestochen. Die Stiche auf der rechten Stoffseite sollten nicht größer als 4 mm sein, während die Stiche auf der linken Seite die doppelte Länge haben.

So wird der Steppstich, auch Rückstich genannt, gearbeitet: 

Texte - Arbeitsplatz 005

 

 

Der Knopflochstich

Der Knopflochstich eignet sich natürlich für die Herstellung von handgearbeiteten Knopflöchern, aber auch zum Versäubern von Stoffkanten oder zum dekorativen Einfassen von Kanten, wie man es oft an den Rändern von Wolldecken sieht. Er gehört zu den sogenannten Schlingstichen.

Damit das Knopfloch später schön aussieht, muss darauf geachtet werden, dass die einzelnen Stiche besonders gleichmäßig und sauber gearbeitet werden, sowohl in der Stichlänge wie auch im Einhalten des Abstands zwischen den einzelnen Stichen. Begonnen wird der Knopflochstich ebenfalls mit einem Knoten im Faden auf der linken Stoffseite. Sofern der Knopflochstich für eine dekorative Einfassung einer Kante verwendet wird, kann er mit einem großzügigeren Abstand gestickt werden, doch für das Knopfloch selbst, liegen die Stiche dicht beieinander.

Nachdem die Nadel von unten eingestochen worden ist, wird sie herausgezogen und der Faden nach links waagerecht nach rechts gezogen. Während der Faden in der waagerechten liegen bleibt, wird die Nadel einmal im Uhrzeigersinn im geschlossenen Kreis herumgelegt und die Nadel von unten nach oben durch diese Schlinge gezogen. Indem die Fadenschlinge fest angezogen wird bildet sich am Stoffrand ein kleines Knötchen. Dieser gesamte Stich ist der Knopflochstich und wird so lange fortgeführt, bis das Knopfloch fertiggestellt ist.

So wird der Knopflochstich gearbeitet: 

Texte - Arbeitsplatz 002

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Der Hohlsaumstich

Dieser Stich eignet sich hervorragend für die Befestigung von Saumkanten. Bevor mit dem Nähen begonnen wird, sollte die Kante gut ausgebügelt werden. Um mit dem Hohlsaumstich Säume nahezu unsichtbar zu befestigen, wird er in kleinen Abständen ähnlich wie ein Zickzackstich gearbeitet. Man nimmt zwei Gewebefädchen von der Saumstoffkante auf und ein ca. 0,6 cm weiter zwei Gewebefädchen vom Oberstoff und zieht den Faden durch. Wichtig dabei ist, dass darauf geachtet wird, dass die Fädchen aus dem Oberstoff so minimal aufgenommen werden, dass sich der Faden des Hohlsaumstiches später nicht auf der rechten Stoffseite sichtbar ist.

So wird der Hohlsaumstich gearbeitet: 

hohlsaumstich

 

 

Der Staffierstich

Der Staffierstich wird zum Beispiel beim Annähen eines Futters an den Oberstoff verwendet. Auch dieser Stich ist, sofern er gut ausgeführt wird, unsichtbar. Er wird mit kurzen und kleinen Stichen genäht, um eine möglichst hohe Festigkeit zu erreichen. Begonnen wird er im Saumbereich, wo ähnlich wie beim Hohlsaumstich zwei Fädchen, nicht mehr als 0,5 cm, mit der Nadel aufgenommen werden. Anschließend wird er genau durch die Bruchkante des Futters geführt, wo ebenfalls wenige Fädchen erfasst werden und der Faden hindurchgezogen wird. So wird immer abwechselnd durch Saum und Bruchkante des Futters genäht. Es sollte noch darauf geachtet werden, dass der Faden nicht zu fest angezogen wird, damit die Naht sich nicht auf die rechte Stoffseite durchdrückt. Auch zwei eingeschlagene Bruchkanten können mit dem Staffierstich miteinander verbunden werden.

So wird der Staffierstich gearbeitet: 

Texte - Arbeitsplatz 004

 

 

Der Hexenstich

Der Hexenstich ist dem Kreuzstich sehr ähnlich. Allerdings wird er von links nach rechts gearbeitet und verfügt dadurch über eine höhere Festigkeit. Mit dem Hexenstich lassen sich zum Beispiel Säume unsichtbar von Hand befestigen oder er wird als dekorativer Stich sichtbar eingesetzt. Er wird von links nach rechts gearbeitet. Begonnen wird auf der Rückseite, indem auf die Vorderseite gestochen wird und anschließend abwechselnd kleine Stiche von Rechts nach Links mit, die maximal 2 – 4 mm lang sind einstechen, den Faden durchziehen und auf der gegenüberliegenden Seite das Gleiche wiederholen. So wird fortlaufend gearbeitet. Je gleichmäßiger der Stich wird, umso schöner sieht er aus.

So wird der Hexenstich gearbeitet: 

Texte - Arbeitsplatz

 

 

 

Der Langettenstich

Der Langettenstich wird von links nach rechts gearbeitet und ähnelt dem Knopflochstich. Allerdings wird der Langettenstich nur mit einer Schlinge und nicht mit einem Knötchen genäht. Die Stichbreite ist je nach Verwendung variierbar. Der Langettenstich wird ebenalls zum Versäubern von Schnittkanten verwendet, kann aber auch zum Ansäumen oder gar als Zierstich verwendet werden. Der Faden wird unterhalb der Kante gehalten und die Nadel über den Faden geführt. Der Faden muss so angezogen werden dass er an der Kante liegt. Wie lang die Stiche werden, ist vom verwendeten Stoff abhängig. Je mehr ein Stoff zum Ausfransen neigt, desto länger muss der Langettenstich gestochen werden. Bei Stoffen, die kaum fransen genügen 3 – 5 mm, bei stärker fransenden Stoffen sollten es 5 – 8 mm sein.

So wird der Langettenstich gearbeitet: 

Texte - Arbeitsplatz