Gardinen nähen

Gardinen nähen

Gardinen sind eine tolle und schnelle Möglichkeit, deine Räume wohnlicher und individueller gestalten. Dir ist sicherlich auch schon aufgefallen, dass eine kleine Fensterdekoration das Wohngefühl sofort angenehmer macht. Gardinen sind nicht nur Deko-Element, sie schaffen auch ein Stückchen Privatsphäre, wenn sie vor neugierigen Blicken schützen. Wie du deine neuen Gardinen ganz einfach selbst nähst, zeigen wir dir hier.

Welche Stoffe soll ich für Gardinen wählen?

Für Gardinen eignen sich leichte, transparente Stoffe, die idealerweise nicht dehnbar sind. Bei den Stoffen hast du freie Auswahl. Lasse dich am Besten in einem Geschäft vor Ort beraten. Für Gardinen brauchst du viel Stoff, da ist der Fühltest vorab sinnvoll. Eine erste Idee für Stoffe bekommst du in diesen Regalen:


  • Batist, Chenille oder andere weiche Stoffe
  • Marquisette oder Organza
  • Federleichter Voile
  • Satin
Tipp: Achte bei der Auswahl von Stoffen auf das Gewicht (g/m²). Nimm lieber leichtere Stoffe, damit deine Gardinenstangen das Gewicht später auch tragen können.

Zuallererst: Messen

Damit du die richtige Menge an Stoff kaufst, miss dein Fenster vorher genau aus und berechne nach unserer Formel, wie groß die fertige Gardine sein soll. So kannst du dir notieren, wo im Stoffladen die Schere angesetzt wird. Gardinen solltest du breiter anlegen, als dein Fenster ist. So fallen sie auch im zugezogenen Zustand schön locker. Du solltest die Gardinen also mindestens doppelt so breit nähen, wie dein Fenster.

Breite der Gardinen

Miss deine Gardinenstange in der Breite aus. Bei Seilen oder sonstigen Anbringungsarten, miss die Breite des Fensters und addiere pro Seite 0,5 mal die Breite deines Fensters hinzu. Wenn deine Gardine später in Falten liegen soll, benötigst du natürlich mehr Stoff, als die Fenster breit sind. Wenn die Gardinen immer noch Spiel haben sollen, auch wenn sie zugezogen sind, nimmt die Breite deines Fensters mal 2.

Anhaltspunkt Breite: Fensterbreite in cm x 2

Für eine Gardine rechts und eine links vom Fenster, teilst du die Breite durch 2 und nähst zwei Stück. Achte dabei auf die Nahtzugabe für die Säume.

Länge ermitteln

Miss zunächst, mit Hilfe eines Zollstocks, die Höhe vom Fensterbrett oder vom Boden aus bis zur Gardinenstange. Ob Bodenlang oder bis zur Fensterbrettkante ist Geschmackssache – solltest du allerdings jetzt entscheiden, um die richtige Menge Stoff zu kaufen. Zur ermittelten Länge in cm zählst du 20 cm Saumzugabe und für die obere Kante 2,5 cm Nahtzugabe hinzu.

Formel für die Länge: Höhe in cm + 20 cm Saumzugabe + 2,5 cm Nahtzugabe

Arbeitsutensilien vorbereiten

Hier lernst du, wie du eine einfache Gardine mit Schlaufen nähen kannst. Das geht ganz einfach. Diese Ausstattung brauchst du, um deine Gardinen anzufertigen:

  • Deine Nähmaschine
  • Nähgarn in einer zum Stoff passenden Farbe
  • Maßband
  • Schneiderkreide
  • scharfe Stoffschere
  • Bügelbrett und Bügeleisen
  • Stecknadel oder Wonder Clips zum Fixieren

Schritt 1: Stoff vorbereiten

Da viele Stoffe beim ersten Waschen noch ein wenig eingehen, solltest du ihn waschen, bevor du ihn weiter verarbeitest. Nichts ist ärgerlicher, als viel Arbeit zu investieren und nachher laufen die Gardinen noch ein. Nach dem Waschen lässt du den Stoff trocknen und bügelst ihn anschließend so gut wie möglich. So fallen deine Gardinen nachher schön fließend und lassen sich vor allem sehr viel leichter nähen.

Dein Nähtest! Wie gut bist Du?

Nähquiz

Tipp: Wenn du Spitze oder Tüll gewählt hast, stelle das Bügeleisen nicht zu heiß ein. Achte auf die Angaben des Herstellers, wie der Stoff gebügelt werden darf.

Schneide dir anschließend die Stoffbahnen gemäß deiner ermittelten Länge zu. Achte dabei darauf, die Nahtzugabe nicht zu vergessen.

Schritt 2: Bahnen zusammenfügen

Falls die Stoffbahnen schmaler sind, als deine gewünschte Breite der Gardinen, nähst du an der langen Seite zwei oder drei Bahnen zusammen. Als erstes versäuberst du jetzt alle Schnittkanten.  Verwende einen Overlock oder Zick-Zack Stich und nähe einmal an den Kanten entlang. Lege deine Bahnen mit den schönen Seiten nach innen aufeinander und steckst die Kanten gut fest. Nähe die Naht einmal durch und bügle die Nahtzugabe auseinander. Die Kanten an der Seite schlägst du zweimal um ca. 0,7 cm nach innen um (Bügeln hilft, eine exakte Kante zu legen) und nähst sie mit einem Steppstich.

Schritt 3: Oberkante versäubern

Bei der Oberkante gehst du genauso vor wie an den Seiten. Versäubern – zweimal einschlagen – feststeppen. Achte an den Ecken darauf, dass du sie sauber arbeitest. Du kannst hier auch die Briefecken-Technik anwenden, wenn du ganz exakt nähen möchtest.

Tipp: Nimm dir für den Umschlag der Säume ein Handmaß zu Hilfe. So kannst du die Säume ganz exakt umschlagen. Stecke alles mit Nadeln gut fest und bügle ggf. noch einmal, bevor du nähst.

Schritt 4: Schlaufen nähen

Pro Meter Vorhangbreite benötigst du ca. 5 Schlaufen. Natürlich kannst du auch selbst entscheiden, ob du mehr oder weniger Schlaufen anbringen willst. Die Maße für die Schlaufen sind:

  • Länge: 22 cm + 1,4 cm für die Nahtzugabe (NZ)
  • Maße für die Breite: 8 cm + 1,4 cm NZ
Falte die Schlaufenstreifen in der Mitte (über die kurze Seite), so dass du diebeiden langen Kanten zusammenstecken und nähen kannst. Jetzt wendest du die Schlaufen (das kann ein wenig frickelig werden) und drücke sie platt. Die eben genähte Naht liegt dabei auf der Rückseite in der Mitte. Wenn alles schön liegt, bügelst du noch einmal drüber und arbeitest die Kanten schön aus. Falte die Schlaufe über die kurze Seite in der Mitte und lege die beiden Enden aufeinander. Die Naht liegt jetzt außen. Die kurzen Seiten werden nun zusammengenäht. Die Nahtzugabe versäuberst du anschließend. Jetzt noch wenden: Fertig.

Schritt 5: Schlaufen und Gardine verbinden

Stecke die Schlaufen auf der Rückseite deiner Gardinen an die Oberkante. Versäuberungsnaht der Gardine und Verbindungsnaht der Schlaufe treffen dabei genau aufeinander. Die Schlaufen ordnest du in gleichen Abständen über die komplette Breite des Vorhangs an. Fange dabei links und rechts außen an und arbeite dich in gleichen Abständen zur Mitte vor. Wenn alles liegt, wie es soll, steppst du die Schlaufen fest. Nähe dabei genau auf der Versäuberungsnaht, dass diese Nähte später möglichst unauffällig sind.

Schritt 6: Check der Länge und Säumen

Um genau zu wissen, wie lang die Gardinen sein sollen, bringst du sie jetzt am Besten einmal an. So kannst du genau sehen, wo sie im fertigen Zustand enden sollen. Markiere dir mit Kreide oder Stecknadeln die Stelle, wo der Saum umgeschlagen werden soll.
Jetzt bügelst du den Saum dort nach innen um, wo du die Markierung gesetzt hast. Die untere Stoffkante wird nun versäubert und um 0,7 cm eingeschlagen. Der zweite Umschlag liegt genau so, dass die Markierung für die Unterkante im Bruch verschwindet. Bügle alles ordentlich und steppe den Saum fest.

Kreativtipp: Du möchtest etwas Ausgefallenes nähen? Lasse dich bei Pinterest inspirieren. Hier gibt es unzählige Ideen, wie du deine Gardinen gestalten kannst.

Stoffe mit Muster wollen genau verarbeitet werden

Die meisten Stoffe haben eine feste Breite von 1,40 oder 1,60 Meter. Wenige gibt es in Überbreite. Du kannst dann einfach mehrere Bahnen nebeneinander zusammennähen. Vorsicht bei Musterstoffen: Hier brauchst du ggf. ein wenig mehr, weil die Muster später schön ineinander fließen sollen. Du kennst das sicher von Tapeten. Kaufe also bei diesen Stoffen lieber ein wenig auf Vorrat, nicht dass deine Gardinen später unschöne Muster-Brüche haben.