Tatüta nähen

Tatüta nähen

Tatüta klingt ein wenig wie Martinshorn. Ist es aber nicht. In der Nähszene ist es einfach nur die Abkürzung für Taschentuchtäschchen. Die Tatüta ist ein tolles Einstiegsprojekt, wenn du gerade mit dem Nähen angefangen hast oder noch anfangen möchtest. Du lernst dabei deine Nähmaschine kennen und erste einfach Techniken. Und das Beste: Es kommt am Ende etwas dabei heraus, was du benutzen oder verschenken kannst.

Tatüta – die unterschiedlichen Varianten

Taschentuchtäschchen kannst du in unterschiedlichsten Varianten nähen. Es gibt unzählige Anleitungen. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Taschentuchtäschchen mit Eingriff
  • Tatüta mit Reißverschluss
  • Tatüta mit Höhe für ein ganzes Päckchen
  • Flache Tatüta für einzelne Taschentücher
Tipp: Wenn du gerade erst mit dem Nähen anfängst, solltest du zunächst die Version ohne Reißverschluss testen. Du lernst dabei das Vorgehen, so dass im zweiten Schritt die Reißverschlussvariante wie von alleine von der Hand geht.

Material für eine einfache Tatüta

Bevor du mit dem Nähen beginnst, solltest du dir zunächst alle notwendigen Utensilien und deine Ausstattung zurechtlegen. So kannst du später entspannt nähen und muss nicht ständig dein Werkzeug suchen. Für eine Tatüta brauchst du:

  • Oberstoff (z.B. Baumwollstoff, nicht zu dick)
  • Futterstoff (ebenfalls Baumwolle, passend zum Oberstoff)
  • Vlieseline zum Aufbügeln (z.B. H250)
  • Passendes Nähgarn
  • Stoffschere
  • Lineal / Maßband
  • Markierstift oder Kreide
  • Stecknadeln oder Wonder Clips zum Fixieren
Tipp: Du brauchst sehr wenig Stoff. Es lohnt sich also immer, für solche Projekte deine Stoffreste aufzubewahren.

Schritt 1: Zuschnitt

Schneide dir alle benötigten Teile aus deinem Stoff zu der Vlieseline zurecht. Du brauchst:

  • Ein Rechteck mit 16 x 18 cm Oberstoff
  • 16 x 22 cm Futterstoff
  • 15,5 x 21,5 cm Vlieseline
Warum der Futterstoff größer ist als der Oberstoff, siehst du dann beim Nähen.

Nähwissen: Die Vlieseline schneiden wir kleiner zu, als den Futterstoff, auf den sie aufgebügelt wird. So werden die Nähte nicht zu dick. Du nähst später neben, nicht auf der Vlieseline.

Schritt 2: Vlieseline aufbügeln

Stelle dein Bügeleisen auf **-Einstellung und lasse es aufwärmen. Bügle zunächst den Futterstoff glatt. Lege ihn mit der rechten (schönen) Stoffseite nach unten vor dich hin. Lege die Vlieseline mit der glatten Seite nach unten auf die linke Seite des Stoffes und bügle sie vorsichtig auf.

Dein Nähtest! Wie gut bist Du?

Nähquiz

Tipp: Lege ein leicht feuchtes Leinen- oder Baumwolltuch (Geschirrtücher eignen sich gut) auf die Vlieseline bevor du sie aufbügelst. So schonst du dein Bügeleisen, falls sich doch einmal etwas Klebstoff durchdrücken sollte.

Schritt 3: Oberstoff und Futterstoff verbinden

Lege den Futterstoff mit der schönen Seite nach oben vor dich hin. Lege den Oberstoff mit der schönen Seite nach unten auf den Futterstoff auf. Stecke die beiden kurzen Kanten zusammen. Nun ist der Futterstoff ein wenig länger und es wellt sich. Das soll so sein. Nähe die kurzen Kanten mit deiner Nähmaschine zusammen. Bügle die Nahtzugaben anschließend auseinander.

Schritt 4: Bügeln und Mitte markieren

Drehe das Nähstück um, so dass du nun die schönen Stoffseiten außen hast und die eben genähten Nähte innen verschwinden. Drücke das Nähstück platt. Jetzt überlappt der Futterstoff auf beiden Seiten nach oben. Achte darauf, dass der schmale Rand des Futterstoffes auf beiden Seiten gleich breit ist. Bügle die Kanten fest, damit alles an Ort und Stelle bleibt. Markiere dir mit einer Stecknadel die Mitte der noch offenen Kanten oben und unten.

Schritt 5: Kanten absteppen und Stofflagen zusammennähen

Jetzt nähen wir einmal um das Rechteck herum. An den noch offenen Kanten fasst du diese mit einem Zick-Zack Stich (kurze Stichlänge, 1,5 bis 2) ein. Die schon geschlossenen Kanten steppst du mit einem Geradstich ab.

Schritt 6: Falten und Seitenöffnung schließen

Lege dein Nähstück mit dem Außenstoff nach oben vor dich hin. Die Mitte der langen Seiten haben wir mit einer Stecknadel markiert. Falte nun die Seiten zur Stecknadel hin (wie ein Buch), so dass sie sich innen genau um den abgesetzten Streifen überlappen. Stecke alles gut fest. Zur Sicherheit kannst du auch noch einmal bügeln. Nähe die Seiten nun mit einem Geradstich ca. 5 mm hinter dem Zick-Zack-Stich zu.

Schritt 7: Ecken abnähen

Jetzt steckst du die Ecken ab. Forme sie so, dass die Seitennaht im rechten Winkel liegt und miss mit dem Maßband 2,5 cm von der Spitze aus ab. Diese Stelle markierst du mit einer Stecknadel. Nähe nun alle vier Ecken einmal mit einem Geradstich durch. Die Ecke kannst du nun ca. 5 mm vor der Naht abschneiden. Die Schnittkanten versäuberst du mit einem Zick-Zack Stich.

Schritt 8: Dekorieren

Wende deine Tatüta nun auf Rechts und drücke die Ecken sauber heraus! Herzlichen Glückwünsch, dein neues Taschentuchtäschchen ist fertig. Jetzt kannst du es nach Lust und Laune verzieren. Knöpfe, Bänder oder Schleifchen anbringen.

Tutorials zu Tatütas

Wenn dir das alles zu schnell ging, gibt es im Netz unzählige Tutorials, wo du die noch einmal ansehen kannst, wie eine Tatüta genäht wird. Wir haben dir einige zusammengestellt:

Tipp: Das richtige Tutorial war noch nicht dabei? Bei Handmade Kultur  findest du alle Anleitungen im Überblick.